KULTUR DES FRIEDENS

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Saturday, 16. December 2017

Workshop 1 (Raum S2)

Internationale Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) / Divestment

2007 gründete die IPPNW die International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN). Was auf internationalen Vorstandssitzungen als abstrakte Idee einiger Ärzte begann, hat sich mittlerweile zu einem globalen Netzwerk aus mehr als 420 zivilgesellschaftlichen Gruppen, internationalen Institutionen, Staaten und vielen tausenden AktivistInnen entwickelt. Auf der Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags in New York spielte die humanitäre Initiative von ICAN und einer Gruppe progressiver Regierungen die entscheidende Rolle in den Abrüstungsbestrebungen. Eine vertragliche internationale Ächtung von Atomwaffen erscheint plötzlich greifbarer als je zuvor. Dieser Workshop soll die TeilnehmerInnen mit den Begrifflichkeiten und dem Konzept der Humanitären Initiative vertraut machen, sie auf den aktuellen Stand der internationalen Debatte bringen und dem/der Einzelnen konkrete Möglichkeit der Mitarbeit und Kooperation aufzeigen.

Dr. Alex Rosen (IPPNW)

Frederik Holz (ICAN)

Workshop 2 (Raum S3)

Gefühlserbschaften

Der Workshop behandelt die Weitergabe von Traumatisierungen und Schuldverstrickungen an die folgende Generation. Mechanismen der transgenerationalen Weitergabe von Schuld und die Folgen der Verleugnung unter besonderer Berücksichtigung des Nationalsozialismus und des zweiten Weltkriegs. Wie kann  Schuldaufarbeitung der Gewaltprävention dienen?

Prof. Dr. Angela Moré (Leibniz Universität Hannover)

Workshop 3

Zivile Konfliktbearbeitung – Was ist das eigentlich?

Friedens-, Entwicklungs- und Bürgerrechtsorganisationen haben seit langem alternative Konzepte ziviler oder gewaltfreier Konfliktbearbeitung entwickelt, vor Ort in Krisenregionen angewendet und im öffentlichen Raum propagiert. Sie sind wesentliche Träger der zivilen Konfliktbearbeitung. Diese ist aber kein Synonym für ein Eingreifen von außen. Es sind nicht die internationalen, sondern die einheimischen Akteure, die den allergrößten Teil der Arbeit leisten. Der Workshop versucht zu skizzieren, welche Instrumente einer Außenpolitik zur Verfügung stehen würden, die allein auf zivile Konfliktbearbeitung setzt.

Dr. Christine Schweitzer (Bund für Soziale Verteidigung)

Vortrag als pdf-Datei

Workshop 4 (Raum S5)

Kriege verhindern – Kriege beenden, Macht und Ohnmacht des Völkerrechts

Macht und Ohnmacht des Völkerrechts

Die gegenwärtigen Kriege und gewalttätigen Konflikte scheinen die Unzulänglichkeiten des Völkerrechts zu belegen. Ist dafür die Konstruktion selbst oder das Wirken der Staaten verantwortlich, das das Völkerrecht beugt? Wie kann die Rolle und das Wirken des Völkerrecht verbessert und gesichert werden, was kann die Friedensbewegung dazu beitragen?

Otto Jäckel (IALANA)

Workshop 5 (Großer Saal)

Kriegsdienstverweigerung im Krieg – Nein zur Kriegsbeteiligung

In vielen Konflikt- und Kriegsgebieten entscheiden sich Männer und Frauen, sich nicht für einen Krieg rekrutieren zu lassen. Sie eröffnen mit ihrer jeweils individuellen Entscheidung andere Handlungsoptionen jenseits einer Politik, die nur noch Freund und Feind kennt. Am Beispiel der Ukraine wird Rudi Friedrich von Connection e.V. Hintergründe und Motivationen, die aktuelle Lage der Verweigerer und Deserteure sowie die Frage von Schutzmöglichkeiten für die Betroffenen thematisieren. Mit dem Workshop wird das Ziel verbunden, Handlungsoptionen zur Unterstützung der Kriegsdienstverweigerer und Deserteure zu entwickeln und zu diskutieren.

Rudi Friedrich (connection e.V.)

Wiltrud Rösch-Metzler (Pax Christi)

Workshop 6 (Raum S1)

Medical Peace Work

Das Projekt "Medical Peace Work" bietet Onlinekurse und -materialien für medizinische Friedensarbeit als kostenloses Qualifizierungsangebot für Ärztinnen und Ärzte, MitarbeiterInnen im Gesundheitswesen und Medizinstudierende an. Sie decken nicht nur klassische IPPNW-Themen ab wie Abrüstungsarbeit und (Atom-) Kriegsvorbeugung, sondern auch Menschenrechte, strukturelle Gewalt, friedensfördernde Arbeit während und nach Kriegssituationen sowie Gewaltvorbeugung auf zwischenmenschlichem und persönlichem Niveau. Die TeilnehmerInnen sollen in die Lage versetzt werden, gewaltvorbeugend zu handeln und in ihrem Berufsumfeld friedensfördernd zu wirken.  Im Workshop wird Medical Peace Work im Überblick vorgestellt und einer der neuen Cases aus dem aktuellen Projekt. Im Fallbeispiel geht es um Todesfälle durch chronische Nierenerkrankungen. Wir schauen auf die Situation der ZuckerrohrarbeiterInnen in Nicaragua und analysieren die Rolle einer Ärztin. (Die Unterlagen sind auf Englisch, die Diskussion kann auf Deutsch geführt werden.)

Workshop von Hannah Lehner

Workshop 7 (Raum S2)

Veränderung durch Dialog am Beispiel atomare Abrüstung

Eine wichtige Ursache für die stagnierende Abrüstung von Atomwaffen ist die ineffiziente internationale Debatte, die nicht über alte Argumentationsmuster und politisches Lagerdenken hinauskommt. Echter Dialog, basierend auf aufmerksamem Zuhören, Verständnis für die Befürchtungen des Gegenübers und gemeinsamer Lösungssuche kann ein Ausweg aus dem Teufelskreis sein. Anhand von klassischen Kontroversen zum Thema Atomwaffen steigen wir in die Diskussion ein und erproben Lösungsmöglichkeiten.

Sarah Maria Koch (Psychologin und Dolmetscherin)

Inga Blum (IPPNW)

Workshop 8 (Raum S3)

Genderaspekte in der Gewalt-/Konfliktprävention

In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit neurowissenschaftlichen Grundlagen der Entstehung von Aggression und Gewalt und inwiefern die These von Aggressivität als typisch männliche Eigenschaft gerechtfertigt ist. Zudem setzen wir uns mit der Frage auseinander, welche genderspezifischen Aspekte in der konkreten Arbeit zu Gewaltprävention beachtet werden müssen.

Dr. Katharina Higelin (IPPNW)

Workshop 9 (Raum S4)

Psychosoziale Rehabilitation von Kindern nach Kriegserfahrungen

Nach Artikel 39 der Kinderrechtskonvention haben Kinder ein Recht auf Rehabilitation zum  Beispiel nach Kriegs- oder Gewalterfahrungen. Wie wird dieses Recht umgesetzt und von wem? Wie kann die psychosoziale Rehabilitation ausgestaltet werden, damit sie wirksam ist?  Welche psychischen Mechanismen spielen hier eine Rolle? Am Beispiel eines Rehabilitationsprojektes in Nord Uganda soll die friedens-konsolidierende Funktion psychischer Rehabilitation von Kriegskindern diskutiert werden.

Meike Nitschke-Janssen (Plattform Zivile Konfliktbearbeitung)
Gisela Penteker (AK Flüchtlinge und Asyl der IPPNW)

Workshop 10 (Großer Saal)

Wem gehört Jerusalem?

Silent Displacement – juristische Methoden als Mittel der Vertreibung

Das internationale Recht und die Menschenrechte der palästinensischen Bevölkerung werden durch den israelischen Staat in Jerusalem täglich verletzt. Neben Stimmen von lokalen israelischen und palästinensischen Menschenrechtsorganisationen, die seit Jahren warnen, haben dies nun auch verschiedene UN- und EU-Institutionen offiziell bestätigt. Der komplizierte rechtliche Status der palästinensischen Bevölkerung Jerusalems ist kaum Gegenstand internationaler Berichterstattung, und doch führt dieser für die in der Stadt lebenden PalästinenserInnen zu einem Überlebenskampf in vielerlei Hinsicht. Thema dieses Workshops soll sein, wie juristische Mittel gezielt eingesetzt werden, um die palästinensische Bevölkerung aus Jerusalem zu vertreiben und die jüdische Mehrheit in der Stadt zu halten und auszubauen; und welche Möglichkeiten der Unterstützung der palästinensischen Einwohner und Einwohnerinnen es gibt.

Anica Heinlein, Moderation: Sabine Farrouh (IPPNW)

Workshop 11 (Raum S1)

Die Wurzeln der Gewalt – ganz in der Nähe

Wenn sich junge Menschen in Deutschland Fragen zu ihrer Identität und ihrem Platz in der Gesellschaft stellen, wenden sie sich oft Religionen und Weltanschauungen zu. Problematisch kann es werden, wenn weder Eltern, Kirchen, Moscheen oder andere Institutionen ausreichende Antworten geben. Dann kann im Internet, durch extremistische politische Gruppierungen, durch Prediger usw. das Fehlen von Antworten scheinbar ausgefüllt werden. Es gibt viele Erscheinungsformen des Extremismus. Am Beispiel des extremistischen Islamismus soll die präventive Beratungsarbeit diskutiert werden.

Hakan Çelik (Beratungsstelle Hessen – Religiöse Toleranz statt Extremismus) , Moderation: Jens-Peter Steffen (IPPNW)

Workshop 12 (Raum S2)

Psychische Gesundheit von Kindern in Kriegsregionen

Der Workshop stellt sich dem Thema der psychischen Gesundheit von Kindern in Kriegsregionen. Am Beispiel des Projekts “Children of Bagdad“ im Irak wird dessen einzigartiger Ansatz therapeutischer und präventiver Friedensarbeit einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Der Workshop soll die Möglichkeiten der Mitarbeit und Kooperation aufzeigen.

Dr. Najah Rahman und Dr. Fakhri Khalik (Children of Bagdad), Moderation: Frank Uhe (IPPNW)

Workshop 13 (Raum S3)

Ressourcenkriege

„Kein Blut für Öl“ – mit diesem Slogan protestierten weltweit Millionen von Menschen gegen den Feldzug der USA und Großbritanniens im Irak. Die Gier nach ausbeutbaren Ressourcen wie Öl, Gas, Kohle, aber auch Uran, Edelmetallen, seltenen Erden und letztlich auch Trinkwasser spielt von jeher in Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen eine bedeutende Rolle. Auch aktuelle Konflikte wie in Syrien und dem Irak, in Libyen, Mali, der Ukraine oder zwischen Israel und Palästina werden maßgeblich durch Auseinandersetzungen über Ressourcen geprägt, wenn nicht sogar durch diese ausgelöst. Als medizinische Friedensorganisation, die nicht nur Symptome behandeln will, sondern nach den zugrunde liegenden Ursachen von Konflikten fragt und präventive Ansätze sucht, ist ein Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Ressourcen, wirtschaftlichen Interessen und Krieg Voraussetzung für adäquate friedenspolitische Empfehlungen. Dieser Workshop wird versuchen, eine Einführung in die Thematik zu geben.

Claudia Haydt (IMI) und Henrik Paulitz (IPPNW), Moderation: Dr. Alex Rosen (IPPNW)

Präsentation von Henrik Paulitz (pdf-Datei)

Workshop 14 (Raum S4)

Die Krise der EU und Griechenlands

Genese, Folgen für die Menschen und mögliche Auswege aus der Misere

Über folgende Fragen wollen wir diskutieren: Was sind die Wurzeln der griechischen Schuldenkrise, welche Folgen haben die Maßnahmen der „Troika“-Institutionen“ IWF, EZB und EU-Kommission für die Bevölkerung dort, insbe-sondere für die Gesundheits-versorgung? Gibt es Querverbindungen zwischen dieser EU-Krise und dem geplanten TTIP? Welche Alternativen werden z.Zt. in Griechenland entwickelt, was können wir in Deutschland zu Lösungen im Interesse der griechischen Bevölkerung beitragen?

Alexis Passadakis (ATTAC) und
Dr. Nadja Rakowitz (Verein Demokratischer Ärztinnen und Ärzte), Moderation: Matthias Jochheim (IPPNW)

Zusammenfassung des Workshops

Workshop 15 (Großer Saal)

Solidarische Ökonomie und Gewaltprävention

Wie hängen eine alternative Ökonomie und Frieden zusammen?

Im Workshop sollen die systemischen Ursachen der weltweit sich verschärfenden Konflikte und grundlegende ökonomische Alternativen diskutiert werden. Dabei werden die globale Finanzindustrie und das Dogma des renditegesteuerten Wachstums kritisch hinterfragt und alternative Wirtschaftsformen als Beitrag zur Gewaltprävention analysiert.

Dr. Harald Bender (Akademie für Solidarische Ökonomie der Stiftung Ökumene), Moderation: Vincent Gaertner (IPPNW)

Vortrag als Audiofile | Präsentation als pdf-Datei