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Forum 5

Die Technik als Problemlöser?

Innovationen und Grenzen bei der Lösung des Klimaproblems

Der momentane Nachhaltigkeitsdiskurs erweist sich als Hort des Strukturkonservatismus. Das Gros der vorgeschlagenen Lösungen zielt darauf, den konsum- und energieintensiven Lebensstil der globalen Mittelschicht gegen ökologisch motivierte Kritik und die sich daraus ergebende Notwendigkeit einer Entschleunigung zu immunisieren. Die zu diesem Zweck ersonnene Entkopplung wirtschaftlichen Wachstums von CO2-Emissionen mittels technischer Innovationen scheitert aus diversen Gründen. Faktisch existierten keine nachhaltigen Produkte oder Technologien, sondern nur nachhaltige Lebensstile. Als einzig konsistente Zielgröße für Klimaschutz, der überhaupt diesen Namen verdient, eignet sich die individuelle CO2-Bilanz. Ein global durchschnittlicher Wert von ca. 2 Tonnen pro Kopf und Jahr ist nur innerhalb einer Post-Wachstumsökonomie zu erzielen, die zwar nicht per se technikfeindlich ist, jedoch primär auf einer Suffizienzrevolution - also nicht technischem, sondern kulturellem Wandel - basiert.

Referenten:
Dr. Niko Paech, Universität Oldenburg
Dr. Joachim Spangenberg, Sustainable Europe Research Institute (SERI) Deutschland, NaturwissenschaftlerInnen Initiative