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Workshop 2

Bundeswehr am Hindukusch

Für Rose ist insbesondere aus deutscher Sicht eine erfolgversprechende politische und militärische Strategie für das Abenteuer am Hindukusch nicht erkennbar. Und das, obwohl diese „Mission" zum Prüfstein des nordatlantischen Bündnisses erklärt wird.  Offensichtliche Bündnisräson sieht Rose als Ersatz für fehlenden sicherheitspolitischen Verstand. Zugleich wird der Kampfauftrag im fernen Zentralasien nach und nach ausgeweitet, die Anforderungen an Deutschland werden steigen. Nicht nur die Vereinigten Staaten Pakistan drohen mit Militärschlägen auch auf pakistanischem Territorium, sollte dessen Armee nicht wirksamer gegen die über die Grenze einsickernden Widerstandskämpfer vorgehen. Ignoriert wird die Erkenntnis des „Erzzynikers Henry Kissinger“, der zum Vietnam-Desaster konstatiert hatte: „Die Armee verliert, solange sie nicht gewinnt, die Guerilla aber gewinnt, solange sie nicht verliert." Höchst eindrucksvoll erweist sich mithin die „ungeheure Einfältigkeit der regierungsamtlich proklamierten Parole“, Deutschland werde am Hindukusch verteidigt, so Rose.

Referent:
Jürgen Rose, Darmstädter Signal

Moderation: Susanne Grabenhorst, Kooperation für den Frieden